Artikel - Kreiszeitung Wesermarsch - 23.07.2009

Reeperbahn wird Reggaebahn

Nordenham (flo). Schauspieler Jan Vedder hat es versucht. Die Rendsburger Band Watt ’n‘ Rock tut es seit einigen Jahren. Und Achim Reichel brachte es zur Perfektion: Seemannslieder und Shantys zu entstauben und im Rock-Gewand präsentieren. Nun will eine neue Nordenhamer Band mit ihren Interpretationen von „La Paloma“ und „Auf der Reeperbahn“ für Aufsehen sorgen: The Muschels.

Sie sind The Muschels und spielen rockige Seemannslieder: Paul Baumann, Detlef Glückselig, Angela Rats, Lutz Schoppenhauer und Hannes Miek (von links). Foto: flo

Mit Piratentuch und Kapitänsmütze, mit Fischerhemd und Elbsegler: So kommen die fünf Musiker daher, deren Wahlspruch „Und das Meer rockt sein Lied“ heißt. Initiator ist Paul „Ascot“ Baumann, der auch bei der Nordenhamer Gruppe Jinx trommelt. „Ich hatte schon ewig auf dem Zettel, so etwas auszuprobieren“, erklärt der Schlagzeuger. „Aber irgendwie habe ich nie jemanden gefunden, der Lust dazu hatte, die Seemannslieder der 50er, 60er und 70er Jahre zu verrocken.“

 

Feuer und Flamme für Idee

Das änderte sich, als er seinem Musikerkollegen Detlef Glückselig davon erzählte, der sofort Feuer und Flamme für die Idee war. Die Grundbesetzung für die Band war gefunden. Auch Hannes Miek (Gesang), Lutz „Smut“ Schoppenhauer (Bass) und Angela Rats (Akkordeon) ließen sich für das Konzept begeistern. Und seit einem Vierteljahr sind die Fünf nun heftig am Proben.

 

Blieb nur noch die Suche nach einem Bandnamen. „Ich hatte früher immer vor, mir ein Segelboot zu kaufen“, schwelgt Paul Baumann in Erinnerungen. „Das wollte ich dann ‚Möwe‘ oder ‚Muschel‘ nennen.“ So war der Weg zu The Muschels nicht weit. „Das ‚The‘ lässt die ganze Sache international wirken, denn wir wollen später einmal in jedem Hafen der Welt spielen“, ergänzt der Drummer mit todernster Mine.

Doch wie klingt die Musik von The Muschels? „Wir bemühen uns, die alten Shantys und Seemannslieder völlig neu zu arrangieren“, erklärt Detlef Glückselig. „Stilistisch fischen wir in allen Gewässern.“ So kann es durchaus sein, dass „Auf der Reeperbahn“ im Reggae-Gewand daherkommt, während sich ein anderer Shanty mittels Deep-Purple-Gitarrenriff in „Smoke on the Hamburger Veermaster“ verwandelt. Aber auch „Rolling home“, „Seemann, lass das Träumen“ und „Wir lieben die Stürme“ sind als durchaus tanzbare Rock-Versionen im Repertoire von The Muschels.

„Wir glauben, dass es für diese Art der Musik in unserer Gegend durchaus ein Publikum gibt“, ist sich Paul Baumann sicher. Eine feste Zielgruppe gebe es nicht. „Aber wir spielen Musik, zu der man ordentlich Party machen kann.“

Ihren ersten großen Auftritt haben The Muschels bei der Jubiläumsfeier der Sail Training Association Germany (STAG) Ende September mit Bremerhaven. Damit wäre der erste von allen Häfen der Welt abgehakt.

Artikel- Kreiszeitung-Wesermarsch - 11.01.2010

Rock und Shantys zum Jubiläum

THEATER FATALE Bühne feiert ihr 10-jähriges Bestehen im Güterschuppen

 

Shanty-Rock zum Geburtstag: The Muschels aus Nordenham und Bremerhaven bekamen viel Applaus für ihren Auftritt beim Frühschoppen am Sonntag. BILDER: HORST RIX 

ANGESICHTS DES WETTERS WAR DER VEREIN ZUFRIEDEN MIT DER RESONANZ. DIE DARBIETUNGEN KAMEN GUT AN BEIM PUBLIKUM.

NORDENHAM - Zu Tagen der offenen Tür hatte das Theater Fatale aus Anlass seines 10-jährigen Bestehens für Sonnabend und Sonntag in den Güterschuppen eingeladen. Viele Besucher kamen, wenngleich aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse nicht in großen Massen. Vorstandsmitglied Gudrun Repert zeigte sich angesichts der Umstände dennoch sehr zufrieden mit der Resonanz.

Das Programm hatte der Fatale-Vorstand vielfältig gestaltet. So trat am Sonnabendnachmittag die Tanzgruppe des SV Nordenham unter der Leitung von Olga Deutsch mit schwungvollen Darbietungen auf. Auch eine Bauchtanz-Nummer präsentierten die jungen Frauen. Die Besucher waren begeistert – auch von der Jugendgruppe des Theaters Fatale unter der Leitung von Nina Oltmanns und Ulrike Schönherr. Zur Gruppe gehören 20 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Am Abend gab es dann Musik mit der Oldenburger Coverband Big Three.

Unterhaltsam verlief auch der Sonntag im Güterschuppen. Den musikalischen Reigen eröffnete die A-Cappella-Gruppe Käpt’n Bligh, der zehn Sänger des Nordenhamer Shantychors angehören. Die Aktiven brachten mit sonoren Stimmen zweistimmig und exakt gesungene Shantys zu Gehör und bekamen dafür viel Beifall. Arrangiert werden diese Arbeiterlieder durch Hergen Endlich, während Heinz-Jürgen Miek die Gruppe leitet. Michael Niedzella führte durch das Programm und vermittelte dabei Wissenswertes über den Ursprung und den Sinn einzelner Shantys. Hergen Endlich, Heinz-Jürgen Miek und Michael Niedzella überzeugten auch durch ihre Sologesänge. Für den gut halbstündigen Auftritt der Gruppe gab es viel Applaus.

Die fünf Musiker der Gruppe The Muschels schlossen sich mit ihren neuzeitlich arrangierten Fassungen alter Seemannslieder ihrer Vorgruppe an. Da wurden dem Publikum „What shall we do with the drunken Sailor?“, „Rum aus Jamaika“ oder „Einmal noch nach Bombay“ und viele andere Lieder in rockiger Machart vorgetragen. Auch dieses Art der Interpretation kam hervorragend an und wurde mit viel Beifall honoriert.

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27.05.2010 Nordwest-Zeitung

Volle Breitseite Livemusik in der Jahnhalle

Konzerte Shantyrock mit The Muschels

– Melodic Metal mit Mob Rules -


 

Am Sonnabend rockt die Gruppe Mob Rules in der Jahnhalle. Zur Formation gehört auch der Nordenhamer Gitarrist Sven Lüdke. BILD: Agentur  

Beide Bands haben reichlich Lokalkolorit zu bieten. Den Anfang machen an diesem Freitag The Muschels aus Nordenham und Bremerhaven.

von Jens Milde

Nordenham - Bevor die Sommerflaute beginnt, bekommen die Jahnhallen-Freunde am Wochenende noch einmal eine volle Breitseite Livemusik geboten. Am Freitag sind The Muschels im Kulturzentrum zu hören. Tags darauf macht die Gruppe Mob Rules an der Jahnstraße Station.

The Muschels sind eine fünfköpfige Band aus Nordenham und Bremerhaven, die sich auf Kaperfahrt durch die Welt der Seemannslieder befindet. Deep Purple rocken auf dem Hamborger Veermaster, Trunkenbolde hissen die Piratenflagge, und auf der Reeperbahn liegt Reggae in der Luft. Bei den Muschels, die ihre Musik Shantyrock nennen, ist so ziemlich alles möglich. Wo sie vor Anker gehen, rockt das Meer – oder eben die Jahnhalle. Ihr Konzert beginnt um 20 Uhr.


Am Sonnabend um 21 Uhr betritt die Gruppe Mob Rules die Bühne des Kulturzentrums. Auch sie hat Lokalkolorit zu bieten. An der Gitarre ist nämlich der Nordenhamer Sven Lüdke zu hören. Wer keine Lust hat, sich den Eurovision-Song-Contest im Fernsehen anzusehen, ist bei Mob Rules gut aufgehoben. Die sechsköpfige Formation bietet ein energiegeladenes Kontrastprogramm zur europäischen Pop-Revue, das sie selbst als Melodic-Metal bezeichnet. 

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